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Ein energetisches Gebäudekonzept ist die Kombination aus Gebäudehülle, Wärmetechnik, Raumlufttechnik und dem Energieträger/-erzeuger.

Kern herkömmlicher Gebäudekonzepte ist eine Gebäudehülle, die die energetischen Mindestanforderungen an die jeweiligen Bauteile meistens gerade so erfüllt. Damit der daraus resultierende Energiebedarf bzw. Primärenergiebedarf im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bleibt, muss zum Ausgleich dafür in teure Anlagentechnik investiert werden.

Besser ist es daher, von vornherein eine luftdichte und sehr gut gedämmte Gebäudehülle in Verbindung mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung auszuführen. Bei entsprechender Auswahl der Baustoffe, kann so der Heizwärmebedarf (HWB) leicht um 50% geringer ausfallen, ohne dabei den Rohbau übermäßig zu verteuern. Energie, die gar nicht erst benötigt wird, muss auch nicht erzeugt werden.

Eine PV-Anlage mit Energieverwaltung in Kombination mit dem Vitramo-Infrarotheizsystem, unterstützt durch eine Brauchwasserwärmepumpe zur Trinkwassererwärmung, erfüllt in solchen Häusern nicht nur die Vorgaben der Energie-Einsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbaren-Energie-Wärmegesetzes  (EEWärmeG), sondern ist in Effizienz und Komfort von keinem anderen Heizsystem zu übertreffen, das über eine Amortisationszeit von 20 Jahren gleich günstig oder gar günstiger wäre. Wie darüber hinaus noch KfW-Förderprogramme in Anspruch genommen werden können, zeigen u.a. die folgenden Beispiele:

Niedrigenergiehaus (HWB < 50 kWh/m²a)

Das Gebäude ist in zwei Vollgeschosse gegliedert und nicht unterkellert. Die Gebäudehülle besteht aus einer massiven Ziegelsteinwand, mit Holzbalkendecken mit Zwischensparrendämmung und einer gedämmten Bodenplatte aus Beton.

Bedingt durch die hohe Luftdichtheit der Konstruktion verbleibt eine Heizlast von 6 kW. Beheizt wird das Gebäude mit dem Vitramo-Heizsystem und optional mit einem gebäudeintegrierten Pellets-Primärofen, der auch geeignet ist, die Grundheizlast zu tragen. Die Trinkwassererwärmung erfolgt über eine Brauchwasserwärmepumpe.

Die Dachflächen sind wahlweise mit einer PV-Anlage belegt, die einen Jahresertrag von 7.500 kWh erzielt.

  Variante 1 Variante 2 Variante 3 Variante 4
Anlagentechnik        
Vitramo-Heizsystem
PV-Anlage - -
Pellets-Primärofen
Anrechnung im Nachweis
- -
10%

10%
Brauchwasser Wärmepumpe
Ergebnisse ohne Lüftungsanlage        
Anforderungen EnEV x x
Anforderungen EEWärmeG x x x x
KfW-Effizienzniveau x x x x
Ergebnisse mit dezentraler Lüftungsanlage        
Anforderungen EnEV
Anforderungen EEWärmeG x x
KfW-Effizienzniveau x KfW 70 KfW 55 x

Häuser, die einen höheren Heizwärmebedarf als Niedrigenergiehäuser also > 50 kWh/m² aufweisen, können nur dann die EnEV und das EEWärmeG erfüllen, wenn der Pelletofen die Anrechnung zu 100% nachweisen kann, oder die Anlagenleistung der PV-Anlage entsprechend hoch ist.

Niedrigstenergiehaus (HWB < 25 kWh/m²a)

Das Gebäude ist in Erd- und Dachgeschoss gegliedert und nicht unterkellert. Die Gebäudehülle besteht aus einem gedämmten Holzständerwerk, einem Satteldach mit Zwischensparrendämmung und einer gedämmten Bodenplatte aus Beton.

Bedingt durch den hohen energetischen Standard der Gebäudehülle verbleibt eine Heizlast von 4 kW. Beheizt wird das Gebäude mit dem Vitramo-Heizsystem und optional mit einem gebäudeintegrierten Pellets-Primärofen, der auch geeignet ist die Grundheizlast zu tragen. Die Trinkwassererwärmung erfolgt über eine Brauchwasserwärmepumpe.

Die Dachflächen sind wahlweise mit einer PV-Anlage belegt, die einen Jahresertrag von 7.500 kWh erzielt.

  Variante 1 Variante 2 Variante 3 Variante 4
Anlagentechnik        
Vitramo-Heizsystem
PV-Anlage - -

Pellets-Primärofen
Anrechnung im Nachweis

- -
10%

10%
Brauchwasser Wärmepumpe
Ergebnisse ohne Lüftungsanlage        
Anforderungen EnEV x x
Anforderungen EEWärmeG x x
KfW-Effizienzniveau x KfW 70 KfW 70 x

Ergebnisse mit dezentraler Lüftungsanlage

       
Anforderungen EnEV
Anforderungen EEWärmeG
KfW-Effizienzniveau KfW 70 KfW 40 KfW 40 KfW 70

Passivhaus (HWB < 15 kWh/m²a)

Passivhäuser benötigen aufgrund ihrer besonders energisch effizienten Gebäudehülle in Verbindung mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung keine klassische  Gebäudeheizung.

Diese Gebäude dürfen eine Heizlast von 10 Watt/m² und eine Primärenergiebedarf von 120 kWh/m²a  nicht überschreiten. Sobald das Gebäude die Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts Darmstadt erfüllt, erfüllt das Haus auch automatisch die Anforderung der EnEV und EEWärmeG und wird darüber hinaus von der KfW besonders gefördert. Obwohl der geringe verbleibende Heizwärmebedarf leicht  durch eine Nacherwärmung der Zuluft gedeckt werden kann, empfiehlt Vitramo den Einsatz von kleinformatiger Decken-Heizelemente. Denn: Bei längeren Kälteperioden, muss auch die Lüftung im Passivhaus arbeiten, um zu heizen. Behaglicher ist es die Lüftung feuchte- und CO2-gesteuert zu regeln und die Gebäudehülle mittels Strahlung zu erwärmen.  

Sanierte und nicht-sanierte Bestandgebäude

Im Falle einer Sanierung oder eines Ersatzes des Heizsystems greifen genau wie beim Neubau auch die EnEV und das EEWärmeG. Je nachdem, wie groß der Eingriff in das bestehende Gebäude ist, gelten unterschiedliche energetische Mindestanforderung an die jeweiligen Bauteile.

Neben dem Aufwand, der für die Genehmigung des Vorhabens erforderlich ist, sind auch die künftig zu erwartenden Verbrauchs- und Betriebskosten für die wirtschliche Betrachtung wichtig. Da die vorhabensbezogene Ermittlung der Kosten sehr umfangreich sein kann, empfehlen wir unbedingt rechtzeitig einen fachkundigen Berater in den Endscheidungsprozess einzubinden. Gerne liefern wir Ihnen eine erste Einschätzung, darüber, ob eine Einbindung einer Infrarotheizung im konkreten Fall und unter welchen Vorrausetzungen sinnvoll erscheint.

Für den Fall, dass Gebäude nur mit hohem unzumutbarem Aufwand regelkonform saniert oder hergestellt werden können, gibt es Möglichkeiten sich von diesen Auflagen befreien zu lassen:

Befreiungstatbestände nach EnEV und EEWärmeG

Die §§ 10 Absatz 6 und 25 der Energieeinsparverordnung (EnEV) und § 9 Satz 2 des Erneuerbare Energien Wärmegesetzes (EEWärmeG) enthalten Befreiungstatbestände.

Eine Befreiung von den Vorgaben der EnEV und des EEWärmeG ist insbesondere dann möglich, wenn das Erfüllen der Vorschriften zu einem „unangemessenen Aufwand" oder zu einer „unbilligen Härte" führt. Deutlich wird dies in § 5 Absatz 1 Satz 2 des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) als Ermächtigungsgrundlage für die EnEV, wonach Anforderungen nur dann als wirtschaftlich vertretbar gelten, wenn sie innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können.

Wann liegt eine „unbillige Härte" vor?

Bei Bestandsbauten müssen sich die gemäß EnEV erforderlichen Aufwendungen für die  Maßnahme innerhalb einer „angemessenen Frist" durch die damit erzielten Einsparungen amortisieren.

Die „angemessene Frist" selbst ist in der EnEV nicht definiert. Deshalb muss man auf die Rechtsprechung zurückgreifen. Diese forderte in mehreren Entscheidungen, dass sich Energieeinsparmaßnahmen „innerhalb eines Zeitraums von etwa 10 Jahren" amortisieren sollen, um wirtschaftlich zu sein (zum Beispiel Landgericht München I, Beschluss vom 8.12.2007, Az: 1 T 15543/05).

Bei Neubauten muss die Amortisation im Rahmen der „üblichen Nutzungsdauer" erfolgen. Dabei geht es hier weniger um die übliche Nutzungsdauer „des Gebäudes" als solches; vielmehr hat man wohl auf die übliche Nutzungsdauer des „jeweiligen Bauteils" abzustellen.

Der Planer muss aus seiner Sachwalterstellung heraus bei der Frage, ob im Einzelfall eine „unbillige Härte" vorliegt, in zwei verschiedene Richtungen ermitteln.

Ist unbillige Härte aus objektiven Gesichtspunkten erfüllt?

Zum einen muss er objektbezogen neben der Unterschreitung der Bagatellgrenzen prüfen, ob eine Planung und Umsetzung nach EnEV und EEWärmeG zu einer „unbilligen Härte" führt. Dabei sind selbstverständlich auch die Folgekosten angemessen zu berücksichtigen. So wird eine Außendämmung zum Beispiel auch gewisse Anpassungsmaßnahmen am Bauwerk nach sich ziehen, die in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbezogen werden müssen. Gleiches gilt für die Kapitalzinsen für die Investition im Betrachtungszeitraum, die Energiepreissteigerungen, anfallende (erhöhte) Instandhaltungskosten etc.

Wichtig: Dabei sollte die Berechnung der Energiesparpotenziale objektbezogen erfolgen. Im Altbau, wo Verbrauchsdaten vorliegen, dürften diese - zumindest aus Sicht des gegebenenfalls geschädigten Bauherren - Vorrang vor der fiktiven und oft viel zu hoch angesetzten „Wärmebedarfsberechnung" haben.

Ist unbillige Härte aus subjektiven Gesichtspunkten erfüllt?

Zum anderen muss der Architekt aber auch prüfen, ob „subjektive" Gründe in der Person des Auftraggebers vorliegen, die trotz fristgemäßer Amortisation zur „unbilligen Härte" führen. Allerdings wird man hier auch eine gewisse Mitwirkung des Auftraggebers verlangen müssen.

Der Dialog mit der Baugenehmigungsbehörde

Nach den verwaltungsrechtlichen Gegebenheiten hat die zuständige Behörde die Befreiung zu erteilen, wenn der Befreiungsantrag seitens des Architekten gestellt und mit einem zutreffenden Nachweis der „unbilligen Härte" gekoppelt ist. Das steht so auch in § 25 EnEV.

Wortlaut § 25 EnEV

„(1) Die nach Landesrecht zuständigen Behörden haben auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung zu befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen."
Die Behörde hat dabei keinen Ermessensspielraum. Versagt sie bei einer nachgewiesenen „unbilligen Härte" die Befreiung, setzt sie sich eigenständigen Schadenersatzansprüchen aus.

Quelle: Wirtschaftsdienst Ingenieure & Architekten 12 / Dezember 2010 (www.iww.de);

Artikel „Unwirtschaftlichkeit energetischer Sanierungen: Neue Haftungsfalle für Planer" von Rechtsanwalt Alexander Tauchert, München und Konrad Fischer, Architekt, Hochstadt am Main - www.konrad-fischer-info.de.

Gerne sind wir Ihnen bei der Prüfung, ob eine „unbillige Härte" vorliegt und dem Befreiungsantrag, behilflich.

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